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Kaiserliches Debakel.

27. Aug.
2 Min. Lesezeit

Ich kann nicht mehr. Ich brauch ne Pause. Da, der Stein, auf den kann ich mich setzen. Meine Beine sind schon ganz wackelig. Und mir ist ein bisschen übel. „Hallo? Weiter du faule Nuss! Du bist doch fast da. Nur noch zweihundert Höhenmeter.“ „Geil und die ganze Tour ohne bis jetzt etwas gegessen zu haben. Richtig gut. So nimmst du im Urlaub wenigstens mal nicht so viel zu.“. Ich bin total entkräftet. Dreizehn Kilometer mit tausend Höhenmeter hab ich schon geschafft. Haben WIR schon geschafft. „Wau, wau!“. „Boa mega, da oben gibt’s bestimmt leckeren Kaiserschmarrn. Wie früher, als du noch ein Kind warst. Lass den doch heute essen. Und dazu eine Ovomaltine, ok?“. Ach, ich weiß nicht. Will doch eigentlich wieder bis heute Abend nichts essen. Wobei mein Körper mir wohl für etwas Treibstoff danken würde, immerhin müssen wir nochmal dreizehn Kilometer zurück wandern. „Wau, wau!“. „Achwas! Dein Körper hat schon intensiveres Training ohne Essen geschafft. Stell dich nicht so an. Denk an das mega Kaloriendefizit.“. „Und vorallem beweg deinen Hintern mal weiter den Berg hoch. Wird Zeit! Früher warst du aber fitter!“. Früher hatte ich auch keine Depression, die mir regelmäßig den Stecker gezogen hat und Sport zu einer Last hat werden lassen. „Eben. Ist das nicht traurig? Nicht mehr leistungsfähig, unproduktiv, einfach nur eine Last. Hat doch eh alles keinen Sinn mehr….“. Ich hätte schon Lust auf einen Kaiserschmarrn. Ich finde, den habe ich doch auch verdient oder? Immerhin verzichte ich in diesem Urlaub jeden Morgen auf das Frühstücksbuffet. Und wenn ich den Abstieg auch mit so wackeligen Beinen und so wenig Energie angehe, muss ich ja befürchten unkonzentriert zu sein und eventuell sogar abzustürzen. „Wau, wau!“. „Scheiß egal! Kaiserschmarrn ist einfach mega lecker! Es ist doch total unfair, dass du dich hier so geißelst und andere machen gar keinen Sport und essen trotzdem worauf sie Bock haben!“. „Viele sehen auch dementsprechend aus. Willst du das? Wenn du zunimmst bist du noch weniger liebenswert.“ „Bist du eh nicht!“. „Wau, wau!“. Haltet alle die Klappe! Ich weiß gar nicht mehr was ich tun soll. Ihr macht mich fertig. „Mimimimi…“. „Wau, wau!“. „Wieviel Kalorien so eine Portion Kaiserschmarrn wohl hat? Frag doch mal die KI. Und auf so einer Hütte kannst du nicht kotzen gehen!“ Nein, das tue ich nicht. Hab hier eh keinen Empfang. „Ich meine ja nur. Nicht , dass du dir all die verbrannten Kalorien wieder reinziehst. Dann wäre die Wanderung ja sinnlos gewesen.“ Aber es geht doch nicht nur darum Kalorien zu verbrennen, oder? „Wau, wau!“. Ich fange an zu weinen. In meinem Kopf herrscht Chaos. „KAISERSCHMARRN! KAISERSCHMARRN!! LOS JETZT!“. Ok. Einmal Kaiserschmarrn bitte. „Wau, wau!“

 
 
 

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