Stand der Dinge.
- 4. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
2026 ist jetzt schon ein paar Tage alt und es ist auch schon ein paar Tage her, dass ich zuletzt einen Blogeintrag verfasst habe. Warum eigentlich? Tja, gute Frage. Ich bin keine professionelle Bloggerin und schreibe nur dann, wenn ich die Lust und das Bedürfnis habe das Chaos in meinem Kopf in einem Text zu ordnen. Oder es zumindest zu versuchen.
Das positivste zuerst: Ich habe eine neue Psychotherapeutin gefunden und bereits ein paar Sitzungen bei ihr gehabt. Kaum zu glauben aber der ganze Genehmigungsrotz für den Wechsel für den ich wieder X Formulare und Nachweise und eine Begründung und und und einreichen musste (was nur so nebenbei wieder extrem viel Kraft gekostet hat, die ich oft nicht habe), ging dann doch flotter als erwartet. Ich habe ein sehr gutes Gefühl bei meiner neuen Therapeutin und hoffe in der Therapie endlich Erfolge zu erzielen.
Leider gibt es genug Material an dem gearbeitet werden muss. Denn ich muss mir aktuell eingestehen, dass sich immernoch sooooo wenig geändert hat. Ich renne wieder im Hamsterrad. Tag ein, Tag aus. Sport, Ernährung, Unruhe, ein laut schreiender Antreiber und daneben die Kraftlosigkeit der Depression, die Freudlosigkeit und die immer wieder kehrenden tiefe Verzweiflung. Ich weiß, es ist bescheuert aber ich wünsche mir manchmal ich hätte „nur“ eine Depression. Denn die Depression und die Essstörung, mit dem dazugehörigen Zwang Sport zu machen und sich allgemein viel zu bewegen, passen einfach gar nicht zusammen. Und dieser innere Kampf macht mich fertig. Ich glaube schon, dass ich hier und da schon etwas achtsamer mit mir geworden bin. Aber ich merke auch, dass die Essstörung wieder lauter geworden ist. Der Drang, sich nach vermeintlich zu viel Essen zu übergeben kommt immer öfter auf und versetzt mich nach einem Essen in extreme Unruhe. Fünf mal die Woche Sport muss irgendwie wieder sein und wenn die Kraft dafür fehlt, verzweifele ich an meinem Versagen. Freundlicher zu mir zu sein fällt wieder so schwer.
Und leider wird das Verhalten bestätigt von der einen, die die Wahrheit spricht. Der Waage. In der letzten Januar Woche habe ich nach vier Monaten ohne Sport und ohne auf gesunde Ernährung zu achten wieder mit beidem begonnen. Acht Kilo habe ich seit dem abgenommen. In neun Wochen. Ich freue mich, denn ich fühle mich zumindest etwas besser in meinem Körper aber sobald sich nichts tut oder das Gewicht wieder etwas ansteigt, merke ich, was es mit mir macht. Wie ich dann doch wieder über extremere Maßnahmen nachdenke und es dann doch wieder zwei Stunden laufen sein müssen. Fehlt dann dazu die Kraft, geht die Welt direkt unter. Ich fühle mich machtlos und wie eine Versagerin.
Lange konnte ich diesen Kampf kämpfen aber seit die Depression Einzug in mein Leben genommen hat, ist mein Akku nie voll. Meist maximal bis zur Hälfte geladen. Und damit kommt man nicht so weit. Ich möchte das alles nicht mehr aber es ist so unglaublich schwer aus Mustern auszubrechen und auch die Sicht auf die Dinge zu verändern. Warum?, frage ich mich so oft. Ich weiß es einfach nicht.
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