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Terror am Vormittag.

  • 21. Mai
  • 2 Min. Lesezeit

Kleine Anekdote vom heutigen Tag: Ich gehe mit Floki spazieren. Mein Akku ist mal wieder maximal mit 15% gefüllt und es ist erst halb neun. Jippie. Wie wieder mit so wenig Kraft auskommen? Ich bin müde. Die Nacht war wie so oft nicht so der Knüller. Ich fühle mich ausgelaugt. Die Depression sitzt schon ziemlich präsent mit ihrem Kaffee in der Hand da und tut ihr bestes alles zu überschatten. Meine Gedanken kreisen. Ich war gestern laufen. Das war schön. 17 km … plus mehrere Stunden Spaziergang mit Floki. 42000 Schritte am Ende des Tages. Und heute? Wie soll ich es heute schaffen dem Antreiber gerecht zu werden? Wo die Depression wieder so viel Kraft geraubt hat und ich einfach platt bin? Also wieder laufen. Aber wie lange? 15 km? 16 km? 18km? Und welche Strecke? Ich hab gar keine Lust. Null Freude. Mir ist absolut nicht danach. Ich kann es heute einfach nicht. Ich Versagerin. In mir steigt eine Panik auf. Erstmal nach Hause. Laufen oder nicht laufen? Das schlechte Gewissen in Kauf nehmen? Mich wieder wie eine Versagerin fühlen? Achtsam sein? Lieb zu mir sein? „Das ändert alles nichts daran, dass du zu wenig Kalorien verbrennst wenn du nicht läufst!“ meldet sich die Essstörung. „Schmeiß den Tag doch sonst einfach komplett über Bord und Futter nachher alles was du willst und dann geh kotzen! Das wär doch mal wieder was!“, freut sich die Bulimie. Aber ich schaffe es heute einfach nicht zu laufen? Wie kann das sein? Ich sitze auf der Couch und weine. Verzweifle. Zeit vergeht. Noch wäre immerhin Zeit für eine kurze Runde. 10-12 km. „Das geht jawohl!“. Ich springe plötzlich auf. Ziehe wie ferngesteuert meine Laufsachen an und laufe los. Mit Freude? Nein. Mit Zwang? Ich weiß es nicht. Irgendwie mit dem Gedanken, dass es doch immer als positiv angesehen wird wenn man sich für Sport entscheidet. „Du machst so viel Sport! Das ist ja super!“ Äh, naja…. 11km. Für mich eine kleine Runde. Ich weiß nicht was ich davon halten soll. Ich fühle mich nicht besser. Ich fühle mich leer und kraftlos und traurig. Traurig, weil ich einfach immer wieder diesen Kampf ausfechten muss. Auf der einen Seite die Essstörung mit dem Antreiber die Leistung und Aktivität im Übermaß fordern. Dann die Depression die mir immer wieder klar macht, dass nichts mehr so ist wie es mal war und das keinerlei Kraft da ist. Und dazwischen hänge ich und heule. Weil mich das so sehr überfordert. Ätzend. Schöner Donnerstag. Gut, dass gleich Therapie ist und ich direkt Gesprächsstoff mitbringen kann.

 
 
 

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