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Ab ins Loch. Mal wieder.

  • jpfuetzenreuter2
  • 8. Okt.
  • 3 Min. Lesezeit

Es wird während der Heilung immer Hochs und Tiefs geben. So sagt man. So bekommt man es als psychisch erkrankte Person immer wieder zu hören. Und ja, das erlebe ich immer wieder und versuche nie den Glauben daran zu verlieren, dass die Tiefs weniger und auch nicht mehr so tief sein werden. Und dann geht plötzlich der Boden auf und ich falle. Nicht einen Meter oder fünf, sondern gefühlt endlos tief ins Nichts. Plötzlich. Wobei sich doch nichts verändert hat. Es ist nichts schlechter oder besser oder irgendwie anders als noch am Tag zuvor. Aber doch hat sich alles verändert. Es kam in den letzten Monaten nicht mehr so häufig vor, dass ich aus dem Nichts weinen musste. Dass ich mich so verzweifelt und überfordert gefühlt habe und so unendlich leer und traurig, dass es mir einfach aus den Augen raus gelaufen ist, als hätte ich nun auch darüber die Kontrolle verloren. Doch seit knapp einer Woche ist wieder Land unter! Schon wieder. Mal wieder. Gähn, langsam langweilt sie uns mit der endlosen Story. Ja, kann sein. Ist aber so. Ich muss zugeben, dass es zur Zeit schon ein paar Dinge gibt, die sich auf den Berg Scheiße noch oben drauf gesetzt haben und es sich dort gemütlich gemacht haben. Über die Zweifel in Bezug auf meine Psychotherapie habe ich bereits geschrieben. Und das ist sicherlich ein elementarer Punkt, den ich angehen muss. Der für mich aber ein unglaublich großes Problem darstellt. Eine nicht zu meisternde Aufgabe. Ich hoffe das Thema mit meiner Ergotherapeutin angehen zu können, denn sie hat mir ihre Hilfe angeboten. Sie ist einfach wundervoll. Auf meine Psychiaterin ist da leider weniger Verlass, denn als ich das Thema vor einer Woche ansprach lächelte sie nur (wie sie es immer tut) und riet mir einfach mit der Therapie weiter zu machen, auch wenn ich das Gefühl hätte mit der Therapeutin nicht voran zu kommen. Äh, ja. Danke für nichts. Natürlich ist das Hundemama Dasein für eine psychisch kranke Person auch nicht gerade die einfachste Aufgabe.  Ein Welpe fordert viel. Auch darüber habe ich schon geschrieben. Aber Floki gibt mir eine Aufgabe und schafft es unterm Strich mehr Freude als Belastung in mein Leben zu bringen. Ich bin mir sicher, dass der aktuelle breakdown nicht daran liegt. Und trotzdem macht es mich fertig. Ich fühle mich so erschöpft und traurig und stehe in meiner Wohnung und weiß nicht wohin mit mir und was ich tun soll. Die Wäsche? Schaffe ich nicht. Putzen? Schaffe ich nicht. Ich liege nur da und die Tränen laufen über meine Wangen während ich Floki beim Schlafen zuschaue. Ich tue so wenig und bin so kraftlos? Warum? Ja, weil ich krank bin. Ok. Die Verlustangst hat sich auch wieder mit einem großen Hallo zurück gemeldet. Sie war länger nicht so präsent aber ich kann mich selbst zur Zeit sowas von gar nicht leiden und finde mich so wenig begehrenswert, dass die Verlustangst das radikal ausnutzt, die blöde Kuh. Ich träume die schlimmsten Szenarien. Verlassen werden, weggestoßen werden, nicht gut genug sein, zu anstrengend sein, zu schwierig, zu kompliziert, zu einengend, eine Last. Ein Pflegefall. Die Träume sind so real, dass es am Wochenende sogar vorkam, dass ich aufgewacht bin und geweint habe. Das gab es zuvor nicht. Der Schmerz den ich dann empfinde ist so real, dass ich erstmal einen halben Tag brauche um wieder klar zu kommen. Die Unruhe am Abend ist auch wieder so groß. Ich kratze wieder an meinen Armen, strampel auf der Couch mit den Beinen, implodiere, weiß nicht wie ich die Gefühle  die ich kaum benennen kann irgendwie raus lassen kann. Benzos sind wieder aus der Schublade gekramt worden. Sie sind wieder gute Freunde geworden. Zu gute. Denn der Kopf soll seine Scheiß Fresse halten!! Es geht mir wieder so schlecht. Und ich hasse es. Ich hasse mich dafür, dass ich noch nicht so viel weiter bin. Um Floki kümmere ich mich natürlich! Egal wie schlimm es ist, ich habe mich immer um meinen Kater gekümmert und kümmere mich jetzt auch egal wie schlimm mein Zustand ist um Floki! Hingebungsvoll. Und wenn er mich mit seinen Knopfaugen anschaut und sich freut, dass ich da bin, dann fühle ich ganz kurz doch noch einen Sinn für den es sich lohnt nicht aufzugeben.

 
 
 

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