Alles nochmal? Nö.
- jpfuetzenreuter2
- 19. Nov.
- 2 Min. Lesezeit
Geil. Erneut am nächsten Tiefpunkt angekommen. War ja nur mal ne Woche was besser. Naja, immerhin. Notfallprogramm läuft: Hund und Kater sind versorgt. Das war’s dann auch. Sonst wird wieder viel geweint, verzweifelt, hoffnungslos da gesessen und krampfhaft nach irgendwas wie Freude in mir drin gesucht. Nur ist da mal wieder keinerlei Gefühl zu finden, außer Gleichgültigkeit und Verzweiflung. Achja und Gereiztheit. In der XXL Version. Antrieb auf Null. Haushalt verloddert, ich irgendwie auch aber naja, Haarwaschen wird auch überbewertet. Hauptsache Wuffi geht’s gut. Frauchen hat nicht mehr so Bock auf das was sich Leben nennt. Aber hey, vielleicht ist das ja nur ne Phase. „Wird schon wieder!“, „Kopf hoch!“. Oder auch ein Knüller den ich mir vor einer Woche von einem gassi Menschen im Park anhören durfte: „Du wirkst gar nicht krank!“. Achso ok. Na dann. F*** you. Du kennst mich gar nicht. Naja, auf jeden Fall steh ich zur Zeit ohne Therapeutin da, da sich ja herausgestellt hat, dass die Zusammenarbeit nicht so viel bringt. Hat leider einige Monate gedauert das einsehen zu müssen. Also alles nochmal neu? Wieder die Liste schreiben? Wieder Absage für Absage notieren? Wieder auf tausend ABs quatschen und bitte bitte helfen sie mir aufsagen? Und achja: nie einen Rückruf zu erhalten? Wieder die Telefonzeiten der Psychotherapeuten abpassen die ungefähr so jeden dritten Montag bei Vollmond zwischen 8:03 Uhr bis 08:12 Uhr sind? Ätzend! Anstrengend! Zu anstrengend! Nicht möglich! „Geh doch in meine Klinik!“. Danke für den Rat aber nein. Das werde ich niemals tun. Aus noch persönlicheren Gründen als ich sie hier thematisieren will. Und: Ich darf als Patientin selbst meinen Weg wählen. Das hab ich von einer sehr lieben, kompetenten Dame gelernt. Der ambulante Weg dauert vielleicht länger aber kann individuell der passendere sein. Basta! Kommenden Freitag darf ich wieder bei meiner Psychiaterin vorsprechen. Ein Update geben. Irgendwie immer das gleiche. Suizidgedanken? Hm, nö. Schlaf? Hm, naja. Klinik? Nope! Mit dem Antidepressivum klappt’s? Jawohl. Ok, ciao. Aber nun steh ich komplett lost da und es vergeht Zeit und noch mehr Zeit und mir fehlt so unglaublich die Kraft diese gigantische Aufgabe der Therapieplatzsuche nochmal anzugehen. Diesen ganzen bürokratischen Bullshit mit Genehmigung hier und Antrag da und hier noch ein Formular und da noch ein Bericht. Kotz. Oh, endlich beginnt die Benzo zu wirken. Ich schlafe mal. Gute Nacht!
Kommentare