Ein Brief an die Angst.
- 12. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Liebe Verlustangst, ich weiss, du hast es schwer. Deine genaue Herkunft ist ungewiss. Die Trennung der Eltern, Erlebnisse in Kindheit und Jugend, die gezeigt haben, dass es so unglaublich doll weh tut verlassen zu werden. Allein gelassen zu werden. Enttäuscht zu werden. Erfahrungen, die Spuren hinterlassen haben. Die gezeigt haben, dass man wachsam sein muss. Nicht zu sehr vertrauen sollte. Du versuchst zu beschützen, zu warnen und oft tritt aus deinem Schatten deine Vertraute, die Eifersucht, hervor. Sie will festhalten, kontrollieren, Verlust vermeiden. Und verursacht so viel Schmerz und Leid. Sie entzweit, anstatt zu verbinden. Aber du kannst nichts dafür. Ihr geht Hand in Hand. Aber weißt du was? Vielleicht lohnt es sich doch zu vertrauen. Denn es gibt Zeichen. Zeichen dafür, dass alles gut sein könnte. Dafür, dass wir nicht verlassen werden. Auch wenn ich nicht verstehen kann, wie man mit mir zusammen sein möchte weil die Depression so viel Raum eingekommen hat. Mich als Mensch so verändert hat. Ins Negative, wie ich finde. Du bist ein Teil von mir und dafür gibt es tatsächlich zum ersten Mal sowas wie Verständnis. Kaum zu glauben. So viel haben wir durchgemacht. Aktuell eine sehr schwere Zeit. Die schwerste. Nicht jeder würde da bleiben. Nicht jeder hätte den Mut, die Kraft, die Liebe? Du kannst kaum glauben, dass er sich das noch lange antun wird. Du siehst den Verlust schon kommen und bist deswegen immer wieder so stark spürbar. Tust so weh. Für die Eifersucht sind solche Gedanken Benzin im Feuer. Jede Frau scheint begehrenswerter. Ist begehrenswerter. Aber er beruhigt mich und sagt, dass er mich liebt und dass alles gut werden wird. Dass ich wieder gesund werde. Trotzdem bist du unsicher, hast Angst. Bist skeptisch. Liebe Verlustangst, was brauchst du, damit es dir besser geht? Ich möchte es dir so gern schenken. Ein bisschen Mut, Selbstliebe, Sicherheit, Vertrauen. Doch zur Zeit kann ich es nicht. Denn mir fehlen die Dinge auch. Noch. Aber wer sagt, dass es nicht auch wieder anders werden kann? Dass alles gut wird. Alles gut bleibt.
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