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Ruhe jetzt!

  • 21. Feb.
  • 2 Min. Lesezeit

Ich will einfach nur Ruhe. Ich will, dass alle die Schnauze halten. Und zwar sofort. Ich kann es nicht mehr ertragen. Dieses ohrenbetäubende Getöse, diese Forderungen, dieses Geschrei, diese Bewertungen… Ich kann nicht mehr. Ich fühle mich, als würde ich an ihnen zerbrechen. An manchen Tagen mehr, an anderen etwas weniger.


Einen Großteil meines Lebens waren der Antreiber und die Essstörung die lautesten von ihnen. Non stop am verbessern, am optimieren, am korrigieren, am antreiben, am arbeiten. An mir, gegen mich, gegen meinen Körper. Dem Feind. Dann: Stop! Stecker gezogen. Von der Depression. Es geht nichts mehr. Fehlender Antrieb, Traurigkeit, kein Sinn mehr. Alles egal. Nach und nach verblasste die Essstörung ein wenig. Sie trat in den Hintergrund und verbarg sich hinter einem Vorhang der Gleichgültigkeit. Dort lauerte sie.


Zuletzt vier Monate ohne Sport. Egal! Keine Kraft, kein Antrieb. Aber die Essstörung versuchte den Vorhang beiseite zu schieben und sich wieder in den Vordergrund zu drängeln. Vor knapp vier Wochen habe ich wieder mit Sport angefangen und auch wieder damit, mich gesund zu ernähren. Weil ich meinen Anblick nicht mehr ertragen konnte. Ich habe den Kampf wieder aufgenommen. Ich fühle mich aber wie eine sehr ramponierte, taumelnde und kraftlose Kämpferin. Schlechte Voraussetzungen. Und schon werden Antreiber und Essstörung wieder laut. „Mehr! Mehr Sport! Musst du das essen? Hör auf! Du bist nicht diszipliniert genug! Morgen wird länger gelaufen! Du musst das ausgleichen! Es reichen keine 10 km mehr, es müssen mindestens 15 km sein. Auch wenn du vier Monate Pause gemacht hast. Deswegen erst recht!.“ Die Depression raubt mir aber einen Großteil meiner Kraft. „Ich kann das nicht. Ich bin so traurig. Alles ist mir zu viel. Wie soll ich das denn schaffen? Aber ich fühle mich auch so ekelhaft…“ Und das macht alles noch anstrengender. Es herrscht so ein Chaos in mir. Ich fühle mich so, als müsse ich die verschiedenen Monster täglich in Schach halten. Es ist so zermürbend, dass ich manchmal das Gefühl habe daran zu zerbrechen. So möchte ich nicht mehr leben. Aber ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sich jemals wirklich etwas ändert…


Ich will einfach nur Ruhe haben!

 
 
 

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