Eingesperrt.
- 7. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Sport, Arbeiten, Schlafen, mich gedanklich mit Kalorien, Figur, Leistung und Optimierung zu beschäftigen. Oder mit Hungern oder dem berechnen der Kalorienbilanz. Dann noch die Gassi Runden mit meinem Gassi Hund Hugo, der zu der Zeit noch lebte. Das war’s. Viel mehr Inhalt gab es in meinem Leben nicht. Feiern, mit Freunden weggehen, irgendwelche spaßigen Unternehmungen, nö. Zu sehr war ich in meinen Strukturen gefangen und bin es auch heute zum Teil noch. Aufgebrochen wurden diese ein bisschen durch die Depression. Yeah. Aber nur in der Hinsicht, dass für Sport oft keine Kraft da ist und eh alles sinnlos erscheint. Manchmal frage ich mich, was ich denn gerne mal machen würde, um dem dunklen Dasein zu entfliehen. Was könnte ich denn mal unternehmen? Wozu hätte ich Lust? Und Kraft… Und dann stelle ich fest, dass ich absolut keine Ahnung habe und tatsächlich auch absolut keine Lust und Kraft habe etwas zu unternehmen. Ich kümmere mich um Floki und Joshi aber mittlerweile ist Floki so weit, dass er auch mal ein paar Stunden alleine sein könnte. Und trotzdem: keine Ahnung und keine Lust. Sinnlos, zu anstrengend, wozu? Ok, könnte man jetzt meinen. Dann halt nicht. Zwingt mich ja auch keiner. Aber das skurrile ist, dass ich fast schon neidisch auf die anderen Menschen gucke, die ein erfülltes, normales, freudiges Leben führen. Und Sachen machen. Und Spaß haben. Ich denke dann, dass ich auch so sein müsste. Und irgendwie stimmt es auch in der Hinsicht, dass ich schon freudiger sein sollte, denn so in der Depression gefangen zu sein ist schon eher uncool. Ich möchte wieder sowas wie Freude empfinden. Ich fühle mich eingesperrt in dem Depressions-Essstörungs-Gefängnis mit all seinen blöden Add-ons. Und ich will raus aber dann denke ich mir, dass ich ja eh keine Lust hätte was zu machen. Mir fehlt die Fähigkeit mich für Dinge zu begeistern. Die hat die Depression verschluckt. Versteht man das? Wahrscheinlich nicht. Schwer zu beschreiben. Ich dödel so vor mich hin und stecke fest im Nebel und komm nicht raus. Zusätzlich komme ich mir vor wie Ballast. Ballast, um den man sich kümmern muss. Und das nervt. Ich komme mir so vor, als bräuchte man regelmäßig Auszeiten von mir. Pause von der Gestörten. Und wenn dann von Aktionen wie Ski fahren bei Nacht in Willingen oder anderen Dingen berichtet wird, höre ich die Freude und den Enthusiasmus in der Stimme. Und ich werde wieder daran erinnert, wie gefangen ich bin. Wie eingesperrt ohne eingesperrt zu sein. Mit der Psycho Tante macht man das nicht. Ich bin der traurige Alltag, ich bin die depri Schallplatte die ständig aufgelegt ist. Öde, eingestaubt, mit so nem leichten Hänger. Also wieder mehr Lametta, mehr Aktivität? Keine Ahnung, keine Lust, keine Kraft. Bescheuert, oder?
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