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Floki.thefloof.

  • jpfuetzenreuter2
  • 6. Okt.
  • 3 Min. Lesezeit

Mit seinen schwarzen Knopfaugen schaut er mich an. Mit seinem weißen, flauschigen Fell, der schwarzen Nase und den plüschigen Ohren sieht er aus wie ein kleiner Eisbär. „Das ist das süßeste was ich je gesehen habe!“, „Oh Gott, wie süß!“, „Was für ein schönes Tier!“… das sind Reaktionen auf meinen Welpen Floki von Menschen die wir so im Park treffen. Und sie haben recht. Floki ist wirklich unglaublich süß. Quasi zum dahin schmelzen. Wenn er so daher tapst und verspielt wie er ist jedem vom Wind verwehten Blatt hinterher hopst.. einfach süß! Und nun liege ich hier auf der Couch, auf der ich schlafe seit dem er eingezogen ist um nachts nicht zu verpassen wenn er wach wird und raus getragen werden muss. Ich liege hier und bin einfach nur fertig. Müde, erschöpft. Obwohl ich doch kaum was mache. Nichts leiste. Außer mich um dieses wundervolle Geschöpf zu kümmern. Wie eine Mutter mit ihrem Baby. Floki ist mein Baby und ich gebe zur Zeit quasi alles auf, um ihn zu versorgen. Naja, alles? Was ist das schon. Mein Leben war vor Flokis Einzug ausschließlich von der Depression und der Essstörung und dem zwanghaften Sport treiben bestimmt und von dem schlechten Gewissen weil ich aufgrund der Depression nicht in der Lage war dem Sport und der Essstörung gerecht zu werden. Und daran bin ich verzweifelt. Ich dachte, dass das dann alles besser wird wenn Floki da ist. Neuer Lebensinhalt, Freude. Eine Aufgabe, die Spaß macht. Spaß und Freude. Dinge, die ich lange nicht mehr wirklich empfunden habe. Und ja, Floki hat mein Leben von heute auf morgen komplett auf den Kopf gestellt. Alles dreht sich nun um ihn. Darum ob er raus muss, wann er schläft, wann er wach ist, wann er sein Fressen braucht, was für das Fressen vorbereitet werden muss, wie ich Floki erziehen kann, was ich alles falsch machen kann und und und.. und ich bin festgenagelt. Denn Floki kann natürlich nicht alleine bleiben. Dieses eingeschränkt sein in meinem Tun fällt mir schwerer als ich dachte. Ich habe quasi keine Kontrolle mehr über meinen Tag, denn Floki bestimmt ihn. Ein Grund warum ich keine Kinder haben möchte. Ich möchte mein Leben nicht für ein Kind einschränken. Bei einem Hund ist das natürlich zeitlich begrenzt und schon bald wird er einzelne Stunden alleine bleiben können und ich kann auch mal die Wohnung ohne ihn verlassen. Aber aktuell habe ich das Gefühl im Notprogramm zu laufen. Aufgrund der Depression habe ich eingeschränkt viel Kraft und Energie. Alles davon investiere ich zur Zeit in meinen Welpen. Und das tue ich gerne aber ich merke auch, wie es mir an die Substanz geht. Die Depression ist ja nicht weg, nur weil ich nun Hunde Mama bin. Und auch die Essstörung hat sich nicht in Luft aufgelöst. Es fühlt sich so an, als würden diese Themen zur Seite geschoben, so lange ich auf Floki fokussiert bin. Was gut ist. Aber sie schreien um so lauter: „Hallo da sind wir!“, sobald Floki tagsüber mal schläft oder abends langsam zur Ruhe kommt. Dann schlagen die Monster zu. Mit geballter Kraft. Dann verfalle ich in einen Zustand der Traurigkeit und Leere und weine wieder vermehrt. Ich kann gar nicht genau sagen warum genau. Es liegt nicht an Floki. Ich wusste ja, dass es anstrengend sein würde. Mein Partner unterstützt mich wo er kann. Er ist einfach der Beste! Ich weiß nicht, womit ich ihn verdient habe. Ohne ihn wäre alles noch anstrengender. Ich bekomme alles hin aber meine Themen werden verdrängt und fordern dann plötzlich wieder ihren Raum ein. Und das mit voller Wucht!

 
 
 

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