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Fürsorge am Arsch.

  • 29. Apr.
  • 2 Min. Lesezeit

Kleine Anekdote aus dem Leben einer depressiven Person.


Fehlende Belastbarkeit, Dünnhäutigkeit, sowie extrem schnelle Überforderung und darauf folgender Rückzug sind zumindest in meinem Fall Symptome dieser unglaublich unsympathischen Erkrankung. Überraschend nett fand ich vor einem Jahr die Erkenntnis, dass es wohl eine Stelle „im Verein“ gibt, in deren E-Mail Adresse ein Wort wie Fürsorge (!) vorkommt. Cool. Nettes Gespräch geführt, in dem mir Ängste genommen wurden und mir zugesagt wurde, jederzeit ein offenes Ohr für mich zu haben. Ich könne mich melden wenn ich Fragen oder Anliegen hätte. Jederzeit. Sogar auf einen Kaffee könne ich vorbeikommen. Man habe sehr viel Verständnis usw….. nett. An sich bin ich eher scheu mich an jemanden zu wenden der mit „dem Verein“ zu tun hat, wenn ich ein Anliegen oder Fragen habe. Im Sommer letzten Jahres schickte ich aber eine Email mit einem Anliegen und mehreren Fragen. Es gab für mich ein belastendes Thema und ich bat um Unterstützung. Fürsorge. Leider Nix. Keine Antwort. Nie. Ok, schade. Damit abgefunden, vergessen, passt schon. Was will man auch erwarten.


Zur Zeit aber leider wieder die gleiche Geschichte. Ein Anliegen per Mail geschildert, eine Antwort erhalten. Jippie. Hoffnung. Ein Schreiben meiner Psychotherapeutin würde benötigt werden, um das Anliegen weiter bearbeiten zu können. Umgehend eingereicht. An die Stelle mit dem Wort Fürsorge in der Email Adresse. Wochen gewartet, keine Antwort. Nochmal geschrieben. Keine Antwort. Stand jetzt: keine Antwort. Schade.


Für mich ist sowas sehr schwierig. Der Selbstwert einer psychisch kranken Person ist oft gering. Der Antrieb sich um Dinge zu kümmern ist oft nicht da. Man will nicht jammern, man will nicht zur Last fallen und man fragt sich sofort: Was habe ich falsch gemacht? Warum wird mir das nun auch noch angetan? Mag übertrieben klingen, ist aber so.


Fürsorge. Psychisch erkrankte Personen die schon länger nichts mehr beitragen… da ist die Fürsorge wohl irgendwann nicht mehr so relevant. Aber hey, gibt bestimmt wichtigeres. Kein Ding.

 
 
 

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