Kuriositäten.
- 20. Mai
- 2 Min. Lesezeit
Manche Dinge im Leben einer Person, in deren Leben sich die Depression eingenistet hat, sind einfach seltsam und für einen Außenstehenden wohl kaum nachvollziehbar. Zumindest in meinem Fall, denn ich kann immer nur für mich sprechen. Ein Beispiel ist das Ding mit der Einsamkeit. Man fühlt sich oft einsam und isoliert und gefangen in seiner Erkrankung. Die meisten sozialen Kontakte sind mit der Zeit verloren gegangen, weil man sich zurückzieht. Man sehnt sich irgendwie nach Kontakt aber gleichzeitig überfordert einen schon der Gedanke daran Menschen zu treffen. Sich unterhalten zu müssen und irgendwie sozial normal kompatibel zu sein erscheint einem als unglaublich anstrengend. Deswegen lässt man es lieber. Man fühlt sich oft erschöpft und kraftlos und der Akku ist nie wirklich voller als 15-20%. So startet man schon in jeden Tag. Man hat wenig Antrieb und gleichzeitig quält einen eine innere Unruhe, Angespanntheit und Rastlosigkeit. Bescheuert. Man schafft wenig und bekommt ein schlechtes Gewissen weil man wenig schafft. Aber mehr geht oft nicht. Das mit der Akzeptanz ist so ne Sache. Oft hat man das Gefühl kaum noch wirklich etwas zu fühlen. Man spürt eine innere Leere und alles ist irgendwie dumpf. Gleichzeitig reichen aber die kleinsten Kleinigkeiten um einen zur absoluten Verzweiflung zu bringen und einen gefühlsmäßig komplett aus den Socken zu hauen. Man bricht emotional plötzlich einfach zusammen. Von jetzt auf gleich. Man möchte aus der Vergangenheit lernen und nicht die gleichen Verhaltensmuster haben, die zur Entstehung der Depression beigetragen haben. Gleichzeitig ist man so sehr in ihnen gefangen und kann sich gar nicht vorstellen von ihnen abzuweichen. Das sorgt für das Gefühl der Hoffnungslosigkeit. „Es wird eh nie etwas anders und besser sein!“. Man möchte mit sich selbst freundlicher umgehen und achtsam mit den wenigen Ressourcen umgehen, die man hat. Gleichzeitig spürt man so oft Ablehnung und Verachtung für sich selbst. Die aktuelle Version von einem kann man nicht akzeptieren und man sehnt sich zurück in die Zeit vor der Depression. Man möchte doch einfach wieder die alte sein. Man versteht, dass die Genesung Zeit braucht und nicht vorhersehbar ist, wie viel Zeit das sein wird. Gleichzeitig hasst man sich dafür, dass so viel Lebenszeit dafür drauf geht und quasi verschwendet wird. Man ist so komplett aus der Spur geflogen. Ein absoluter Kontrollverlust. Ätzend.
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