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Packstation.

  • 29. Juli 2025
  • 2 Min. Lesezeit

„Jeder hat sein Päckchen zu tragen!“ - eine Redewendung die ausdrückt, dass jeder Mensch seine persönlichen und individuellen Herausforderungen und Probleme hat und immer mit sich führt. Demnach ist also niemand komplett sorgenfrei. Egal ob reich oder arm, groß oder klein, dick oder dünn, jung oder alt. In meiner Vorstellung erscheinen sofort kleine Männchen, die unterschiedlich viele Päckchen und Pakete mit sich rumschleppen. Manche haben nur eins ganz lässig unter den Arm geklemmt. Andere tragen ganze Stapel von Paketen und haben Mühe, dass der Turm nicht in sich zusammenfällt. Die Pakete von manch einem sind so schwer, dass sie nicht getragen, sondern nur vor sich her geschoben werden können. Mit aller Kraft. Manche Pakete und Päckchen sind voll bis unter den Rand, andere sind nur zur Hälfte gefüllt und recht leicht.


Für mich klingt die Redewendung aber ein bisschen so, als müsse man sich damit einfach abfinden. Arrangieren und das ein oder andere Päckchen einfach mitschleppen. Ist halt so! Nicht knöttern, nicht beschweren, denn andere haben ja auch ihre Probleme. Wahrscheinlich noch größere als meine. Völlig normal, in einer Leistungsgesellschaft.


Aber was, wenn man nicht nur ein Päckchen hat oder ein zur Hälfte gefülltes Paket? Was, wenn es sich eher anfühlt als sei man eine ganze Packstation und komplett überfordert mit all den Päckchen und Paketen? Wenn man erdrückt wird und das Gefühl hat keine Luft mehr zu bekommen.


So fühle ich mich oft. Völlig überfordert mit allem. Meine Pakete sind gefüllt mit Dingen wie meiner Essstörung, dem Drang exzessiv Sport zu treiben und meinem Leistungsdruck gerecht zu werden. Mit meiner Verlustangst und der Eifersucht. Mit meinen hohen Ansprüchen an mich und dem endlosen Kampf gegen meinen Körper, den ich niemals gewinnen werde. Dazu kommen noch Päckchen die ganz frisch eingetroffen sind in denen sich Panikattacken, Schlafprobleme und die Unfähigkeit Entscheidungen treffen zu können, befinden. Wobei ich die wahrscheinlich mit in das große Paket packen kann, in dem sich die Depression befindet. Das wäre auch Platz sparender. Den Maxibrief in dem sich die Unfähigkeit soziale Kontakte zu pflegen befindet, den lege ich einfach noch mit auf den großen Paketberg.


Ich hätte gerne für jedes Paket und für jedes Päckchen ein Retourlabel, denn ich möchte die Inhalte nicht behalten. Am besten digital, denn mein Drucker ist kaputt.

 
 
 

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