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Schlaflos in Ratingen.

  • 1. Sept. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Nicht schlaflos in Seattle, sondern schlaflos in Ratingen. Ich liege hier im Bett und blicke ins Dunkel. Das Licht im Schlafzimmer ist aus, neben mir schläft mein Freund. Eigentlich ist alles ok, auch der heutige Tag war ganz gut. Ich empfinde auch nicht diese innere Unruhe aber ich bin einfach hell wach und absolut nicht müde. Obwohl es halb zwei ist. Gedanken beginnen zu kreisen: Wie wird wohl der morgige Tag? Wann wird es mir endlich wieder besser gehen? Wie soll meine Zukunft aussehen? Muss ich morgen wieder Sport machen um Kalorien zu verbrennen? Wenn man grübelt, soll man aus dem Bett aufstehen und an einen anderen Ort gehen. Das hat mir meine Therapeutin mal geraten. Ok, ab mit der Decke auf die Couch. Und ich starre durch mein Wohnzimmer aus dem Fenster hinaus. Ins Dunkel. In die Nacht. Zwei Uhr. Mein Kopf will einfach nicht die Klappe halten. Und ich will doch einfach nur zur Ruhe kommen und schlafen. Halb drei. Als ich im Streifendienst war und Nachtschichten hatte, war es für mich der Horror so ab zwei Uhr gegen die Müdigkeit kämpfen zu müssen. Wachsam und konzentriert bleiben zu müssen. Ich habe mich oft gefragt, warum Menschen freiwillig so lange wach bleiben. Schlafen ist doch so etwas Schönes. Und nun liege ich hier. Hellwach. Freiwillig? Nein, eher nicht. Es ist zu spät um eine Tablette zu nehmen, die mir den besten Schlaf überhaupt verschaffen könnte. Denn bis die wirkt dauert es mindestens eine Stunde und dann kann ich den morgigen Tag komplett abhaken und würde noch mehr in den Seilen hängen als ich es eh schon meistens tue. Also warten. Warten bis ich irgendwann so müde bin, dass das Gedankenkreisen aufhört. Ich schreibe noch eine E-Mail, die ich fast vergessen hätte, denn man kann die Zeit ja auch nutzen. Einige Menschen haben sich wohl schon gefragt, warum sie von mir mitten in der Nacht Antworten auf E-Mails bekommen. Ich blättere in einem Buch, scrollen ein bisschen durch Social Media, kraule meinen Kater, der neben mir auf der Couch liegt und sich freut, dass Frauchen ihn mitten in der Nacht krault. Und ich warte. Warte auf die Müdigkeit. Halb vier. Schlaflos in Ratingen.

 
 
 

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