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So schmerzhaft.

  • jpfuetzenreuter2
  • 4. Sept.
  • 2 Min. Lesezeit

Innen drin. Ungefähr im Bereich des Brustkorbs. Schmerzen. Wie ein Stechen. Es zerreißt mich geradezu. Ergänzend ein Gefühl der Enge. Als hätte man mir in den Magen getreten und alles zieht sich zusammen. Als würde man keine Luft mehr bekommen. Dann wird die Atmung schneller. Innere Unruhe, Panik. Kontrollverlust.


Ein fieser körperlicher Schmerz. Wie er sich genau anfühlt kann man nicht beschreiben, wenn man damit nicht zu kämpfen hat.


Verlustangst. Die Angst jemanden zu verlieren, der einem mit der wichtigste Mensch auf der Welt ist. Die Vorstellung diesen Menschen zu verlieren ist kaum auszuhalten. Sei es durch Krankheit, einen Unfall oder …. Oder dadurch dass dieser Mensch einfach nicht mehr mit einem zusammen sein möchte? Man weggeschmissen wird? Wie ein Spielzeug an dem man kein Interesse mehr hat. Wenn man nicht gut genug ist? Nicht schön genug? Nicht klug genug? Nicht lustig genug? Nicht trainiert genug? Wenn da eine andere Frau ist, die besser ist? Schöner? Lustiger? Lebensfroher? Klüger? Gedanken der Unsicherheit, die durch eine andere Gestalt erzeugt werden…


…denn Hand in Hand mit der Verlustangst tritt meistens eine noch viel ekelhaftere Emotion auf den Plan. Eifersucht. Wenn ich die Eifersucht malen sollte, dann würde ich eine Gestalt mit einer fiesen Fratze malen. An ihr ist nichts schön. Sie ist immer negativ und eingeschnappt. Sie hat Stacheln mit denen sie den Betroffenen, die sie leiden lässt, ins Herz sticht und in ihren Köpfen einen Schalter umlegt. Die Betroffenen sind dann nicht mehr sie selbst. Wie im Wahn. Im Eifersuchts-Wahn. Die Eifersucht kichert und beobachtet zufrieden was sie anrichtet.


Rationales, sachliches Denken, sowie das objektive Betrachten, einordnen und bewerten einer Situation, die vielleicht ganz harmlos ist: Nicht mehr möglich. Stattdessen schafft es die Eifersucht Fantasien zu erschaffen, Szenarien die möglicherweise eintreten könnten. Horrorszenarien. Betrug, Verlust, Lügen, Angst. Sofort werden Kleinigkeiten riesig. Die unbedeutende WhatsApp von einer Arbeitskollegin, oder die nette Feierei mit den Kumpels in einer Location wo wahrscheinlich nicht nur Männer sind. Und und und. Alles harmlos, doch die Eifersucht schafft es zusammen mit der Verlustangst alles zum Drama zu machen.   Es gibt absolut keinen Grund nicht zu vertrauen, doch das zu erkennen lässt die Eifersucht nicht zu. Zumindest nicht in der Situation wenn der Schalter umgelegt wurde. An ihr ist nichts positiv. Sie ist ekelhaft, ein scheußliches Gefühl. Sie schafft nur Leid. Sie ist hässlich und unsexy. Sie treibt eher auseinander als dass sie zusammenhält.


Man weiß das und man will sich cool und normal verhalten. Locker bleiben. Die Unnahbare sein. Die Autonome. Doch es tut plötzlich weh. Es tut so unglaublich weh. Physisch und psychisch. Sie macht Angst, sie macht Panik. Und man kann es nicht beeinflussen. Die Eifersucht hat die Kontrolle übernommen. Als sei man aus seinem Körper ausgetreten und würde nun von dieser Emotion gesteuert werden. Eine andere Persönlichkeit? Nein, noch immer die selbe Person aber ohne Kontrolle.


„Das ist doch totaler Schwachsinn!“, „Das ist Blödsinn, es ist nichts gewesen und es wird auch nie etwas sein. Vertrau mir bitte!“ Schwachsinn. Blödsinn. Quatsch. Ja, kann sein. Es ist alles in Ordnung. Und eigentlich weiß man das ja auch. Aber die Gefühle sind echt. Sie sind da, sie sind real. Sie sind spürbar. Sie sind kein Quatsch. Kein Schwachsinn. Kein Blödsinn.


Sie sind so schmerzhaft.


 
 
 

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